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Gladbachs Torwart Jörg Stiel Sti(e)lsicher, die Nummer 1

Obwohl er erst eine Saison in der Bundesliga gespielt hat, hat sich Gladbachs Torhüter Jörg Stiel bereits einen Namen gemacht  und gilt als einer der Typen in der Liga. Aber der Schlussmann weiß, dass "Typ sein" alleine nicht ausreicht: "Du musst auf dem Platz schon Leistung bringen, denn wenn du unterirdisch  spielst, nützt es gar nichts ein wahnsinnig toller Typ zu sein."

Publikumsliebling auf dem Bökelberg
Das zeigt die Einstellung und den Ehrgeiz des Keepers aus der Schweiz. "Jeder will  doch möglichst in jeder Partie dabei sein. Jedenfalls sollte das so sein; diesen Anspruch muss jeder Profi an sich stellen." - Worte, die bei den Fans gut ankommen. Und so avancierte der 34-Jährige  binnen kurzer Zeit zum Publikumsliebling auf dem Gladbacher Bökelberg.

Leitwolf im Team
Erst kurz vor dem Start der vergangenen Runde vom Schweizer Klub FC St. Gallen gekommen, hatte er nur wenig  Eingewöhnungszeit in der Liga und bei den Borussen, doch der Nationalkeeper wusste von Beginn an zu überzeugen. Er bewährte sich als eindeutige Verstärkung und schwang sich im Laufe der ersten  Saisonhälfte gleich zu einem der Leitwölfe im Team auf.

Wechsel nach Mexiko
In Deutschland war der Name Jörg Stiel vor der Vertragsunterzeichnung bei den "Fohlen" nicht  geläufig. Fast niemand kannte den langhaarigen Eidgenossen, der das Fußball spielen beim FC Wettlingen in der Schweiz erlernte. 1990 wechselte er zum FC St. Gallen. Hier erlebte er eine seiner  schwärzesten Stunden, als er 1993 mit dem Klub aus der Nationalliga A abstieg. Es begann eine schwere Zeit für Stiel. Kein Verein wollte ihn und so wechselte er nach Mexiko. Zu Toros Neza, ein Klub aus  dem Armenviertel von Mexiko-City, nicht gerade ein der bekannten Adressen im Weltfußball. Dort hielt es ihn aber nur ein Jahr. Er kehrte in die Schweiz zurück, stand für den FC Zürich zwischen den  Pfosten.

Vom Bürojob zum Schweizer Meister
Nach zwei durchwachsenen Jahren schien es, als würde sich seine Karriere dem Ende zu  neigen. Gescheiterte Vertragsverhandlungen zwangen ihn sich beruflich anders zu orientieren. Er nahm einen Bürojob bei einer Fensterfirma an, doch 1996 erhielt er noch einmal eine Chance bei seinem  ehemaligen Klub St. Gallen. Und die nutzte er auch. In den folgenden Jahren reifte Stiel zum Leistungsträger mit Führungsqualitäten und wurde im Jahr 2000 überraschend Schweizer Meister. Es folgte sein  Debüt in der Nationalmannschaft.

Torwart mit Liberoqualitäten
Sein engagiertes Auftreten brachte ihm in Gladbach schnell den Respekt seiner Kollegen und  seines Trainers Hans Meyer ein. Vor allem seine Reflexe auf der Linie sind die großen Stärken des zweifachen Familienvaters. Darüber hinaus verfügt er über eine ausgezeichnete Strafraumbeherrschung und  ein großes Spielverständnis. Als spielender Torwart beweist er oft Liberoqualitäten und kurbelt mit schnellen Abspielen und -würfen das Spiel der Borussen an. Probleme hat der gebürtige Aargauer  allerdings bei hohen Bällen, da er mit 1,80 Metern für einen Torwart eher etwas klein geraten ist. Allerdings zeigt sich Gladbachs Torwart-Idol Wolfgang Kleff begeistert von Stiel: "Er spielt immer  toll mit, er ist nicht so statisch - ein guter Mann."

Gladbachs Pressesprecher
Auch außerhalb des Platzes ist er ein Vollprofi, der sichtlich Spaß am Umgang mit den Medien hat.  Trainer Meyer ernannte ihn schon scherzhaft zum "Pressesprecher" des Vereins. Der Keeper nimmt es gelassen: "Ich finde es nicht schwierig über das zu reden, was ich mache. Die Journalisten  gehören zu diesem Job dazu, wir brauchen sie und sie brauchen uns." Mit seiner lockeren und unkonventionellen Art ist "Jogi" für jeden Spaß zu haben: So war sich Stiel auch nicht zu  schade, um in seiner Heimat auch Reklame für die städtische Müllabfuhr zu machen. Warum auch? Als jemand, der den Strafraum sauber hält, ist er ja fast Kollege.

 

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An dieser Stelle bedankt sich der fussballtrainer
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