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Obwohl er erst eine Saison in der Bundesliga gespielt hat, hat sich Gladbachs Torhüter Jörg Stiel bereits einen Namen gemacht und gilt als einer der Typen in der Liga. Aber der Schlussmann weiß, dass "Typ sein" alleine nicht ausreicht: "Du musst auf dem Platz schon Leistung bringen, denn wenn du unterirdisch spielst, nützt es gar nichts ein wahnsinnig toller Typ zu sein."
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Leitwolf im Team Erst kurz vor dem Start der vergangenen Runde vom Schweizer Klub FC St. Gallen gekommen, hatte er nur wenig Eingewöhnungszeit in der Liga und bei den Borussen, doch der Nationalkeeper wusste von Beginn an zu überzeugen. Er bewährte sich als eindeutige Verstärkung und schwang sich im Laufe der ersten Saisonhälfte gleich zu einem der Leitwölfe im Team auf.
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Wechsel nach Mexiko In Deutschland war der Name Jörg Stiel vor der Vertragsunterzeichnung bei den "Fohlen" nicht geläufig. Fast niemand kannte den langhaarigen Eidgenossen, der das Fußball spielen beim FC Wettlingen in der Schweiz erlernte. 1990 wechselte er zum FC St. Gallen. Hier erlebte er eine seiner schwärzesten Stunden, als er 1993 mit dem Klub aus der Nationalliga A abstieg. Es begann eine schwere Zeit für Stiel. Kein Verein wollte ihn und so wechselte er nach Mexiko. Zu Toros Neza, ein Klub aus dem Armenviertel von Mexiko-City, nicht gerade ein der bekannten Adressen im Weltfußball. Dort hielt es ihn aber nur ein Jahr. Er kehrte in die Schweiz zurück, stand für den FC Zürich zwischen den Pfosten.
Vom Bürojob zum Schweizer Meister Nach zwei durchwachsenen Jahren schien es, als würde sich seine Karriere dem Ende zu neigen. Gescheiterte Vertragsverhandlungen zwangen ihn sich beruflich anders zu orientieren. Er nahm einen Bürojob bei einer Fensterfirma an, doch 1996 erhielt er noch einmal eine Chance bei seinem ehemaligen Klub St. Gallen. Und die nutzte er auch. In den folgenden Jahren reifte Stiel zum Leistungsträger mit Führungsqualitäten und wurde im Jahr 2000 überraschend Schweizer Meister. Es folgte sein Debüt in der Nationalmannschaft.
Torwart mit Liberoqualitäten Sein engagiertes Auftreten brachte ihm in Gladbach schnell den Respekt seiner Kollegen und seines Trainers Hans Meyer ein. Vor allem seine Reflexe auf der Linie sind die großen Stärken des zweifachen Familienvaters. Darüber hinaus verfügt er über eine ausgezeichnete Strafraumbeherrschung und ein großes Spielverständnis. Als spielender Torwart beweist er oft Liberoqualitäten und kurbelt mit schnellen Abspielen und -würfen das Spiel der Borussen an. Probleme hat der gebürtige Aargauer allerdings bei hohen Bällen, da er mit 1,80 Metern für einen Torwart eher etwas klein geraten ist. Allerdings zeigt sich Gladbachs Torwart-Idol Wolfgang Kleff begeistert von Stiel: "Er spielt immer toll mit, er ist nicht so statisch - ein guter Mann."
Gladbachs Pressesprecher Auch außerhalb des Platzes ist er ein Vollprofi, der sichtlich Spaß am Umgang mit den Medien hat. Trainer Meyer ernannte ihn schon scherzhaft zum "Pressesprecher" des Vereins. Der Keeper nimmt es gelassen: "Ich finde es nicht schwierig über das zu reden, was ich mache. Die Journalisten gehören zu diesem Job dazu, wir brauchen sie und sie brauchen uns." Mit seiner lockeren und unkonventionellen Art ist "Jogi" für jeden Spaß zu haben: So war sich Stiel auch nicht zu schade, um in seiner Heimat auch Reklame für die städtische Müllabfuhr zu machen. Warum auch? Als jemand, der den Strafraum sauber hält, ist er ja fast Kollege.
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