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Es gibt Fußballer, die brauchen nicht nur auf dem Platz einen Aufpasser... Bayer Leverkusens Neuzugang Jan Simak, 23, hat in der vergangenen Saison Hannover 96 mit seinen 18 Treffern in die Bundesliga geschossen. Doch berühmt-berüchtigt ist der junge Tscheche vor allem für seine Übersteiger außerhalb des Stadions.
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Flucht nach Sydney Simaks zweijähriges Engagement in Hannover war gespickt mit Skandalen und Ärgernissen, obwohl er die Abwehrreihen der Zweiten Liga schwindelig gespielt hat. Direkt als der offensive Mittelfeldspieler im Sommer 2000 für die - gemessen an seiner Klasse lächerliche - Ablöse von 250.000 Euro vom tschechischen Provinzklub Chmel Blsany an die Leine kam, setzte er sich entgegen der Absprache gleich wieder ab: Heimlich folgte er der tschechischen Olympia-Mannschaft nach Sydney.
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Gerüchte um Spielschulden Das war nur der Auftakt seiner Eskapaden: Auf der Expo lieferte sich Simak eine Schlägerei mit einem Wachmann. Gleich zwei Mal wurde er mit 0,5 Promille am Steuer erwischt, beim ersten Mal ohne gültigen und beim zweiten Mal ganz ohne Führerschein. Konsequenz: 15.000 Euro Strafe. Außerdem hält sich in der Landeshauptstadt hartnäckig das Gerücht, Simak habe Spielschulden in Höhe von knapp 160.000 Euro. "Selbst wenn, es wäre meine Privatsache", entgegnete Simak den Vorwürfen. 96-Trainer Ralf Rangnick wollte nach den diversen Vorfällen den Luftikus in eine WG mit Mannschaftsbetreuer Thomas Westphal stecken, um ihm zu soliderem Lebenswandel zu verhelfen. Doch Simak weigerte sich.
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Laufen ist nicht sein Ding Auch sportlich lief nicht immer alles rund, trotz der vielen Tore. Mehrfach wurde Simak von Rangnick oder dessen Vorgänger Horst Ehrmantraut vom Training suspendiert, weil er nicht die nötige Einstellung mitbrachte oder zu spät kam. "Laufen mag ich überhaupt nicht", sagt Simak selbst. Zudem hat er seine Nerven nicht immer im Griff. Gegen Schweinfurt flog er wegen Schiedsrichter-Beleidigung vom Platz, und nach einer Handgreiflichkeit gegen den Duisburger Sercan Güvenisik wurde der Tscheche nachträglich vom DFB für drei Spiele gesperrt.
Abschied mit Pauken und Trompeten Und dann war da noch die Chronik des angekündigten Abschieds aus Hannover. Zur Winterpause der vergangenen Saison flirtete Simak heftig mit dem 1. FC Kaiserslautern. Der Wechsel in die Pfalz schien bereits klar, bevor Leverkusen auf den Plan trat und für sechs Millionen Euro den Zuschlag bekam. Der 1,82-Mann nahm gedanklich schon während der Saison Abschied, nicht einmal zur Aufstiegsfeier blieb er im Niedersachsen-Stadion. Außerdem hatte der Mann aus dem 300-Einwohner-Dorf Mezno vor den Toren Prags früh verkündet, was er von der Stadt hielt: "Hannover ist eine öde und hässliche Stadt. Ich will Titel gewinnen, das geht in Hannover nicht."
Calmund holt zwei Aufpasser Ob er sich mit Leverkusen in der einen oder anderen Beziehung verbessert? Immerhin geht Siemak hier eine neue, unbelastete Beziehung ein. Bayer-Coach Klaus Toppmöller hält viel von der Offensiv-Kraft. Und um die Eskapaden in den Griff zu bekommen, hat Manager Reiner Calmund hat gleich zwei Betreuer abkommandiert, die Simak den Einstieg erleichtern. Die sich um die Aufenthaltserlaubnis kümmern, einen Audi A6 besorgen, ein Konto bei der Stadtsparkasse einrichten, einen Deutschlehrer suchen, damit Simak im dritten Jahr endlich Sprachfortschritte macht. Außerdem haben sie ihm das Haus des zum FC Bayern abgewanderten Robert Kovac ans Herz gelegt, nicht weit vom Trainingsgelände entfernt, damit er an der Minibar in seiner Suite im Linder-Hotel in Leverkusen nicht auf falsche Gedanken kommt.
Fünf Jahre Disko sind genug Kontrolle als Selbstschutz? Vor seinem Debüt in der höchsten Spielklasse des deutschen Fußballs ist Simak offenbar gereift: "Die Etappe in meinem Leben, in der ich fünf Jahre dauernd in die Disko gegangen bin, ist vorbei." Zum Trainingsauftakt hatte er die drittbesten Laktatwerte im Bayer-Kader. Nun soll es für den Stürmer ganz nach oben gehen. Mit unbändigem Willen ("Den habe ich von meiner Mutter Ivana") will Simak den Leverkusenern endlich einen Titel verschaffen und selbst zum Nationalspieler in seiner Heimat avancieren.
Als Vorbild nur einen der Größten Wen Luftikus Simak als Vorbild bewundert? "Diego Maradona. Auch nach den Drogen und anderen Skandal-Geschichten ist er für mich immer noch der beste Spieler, den es je gab."
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