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Ein Typ der Liga: Bachirou Salou. Der Achterbahn-Stürmer

Seit 13 Jahren spielt Bachirou Salou in der Bundesliga, seit 13 Jahren erlebt der Mann aus Togo eine Fußballkarriere, die einer  Achterbahnfahrt gleicht: Nachdem seine Karriere einen steilen Aufstieg nahm und sein Marktwert auf Millionenbeträge geschätzt wurde, folgte eine rasante Talfahrt auf die Ersatzbänke deutscher  Fußballstadien. Doch Salou gab nie auf, suchte bei neuen Vereinen neues Glück und setzt seine Berg- und Talfahrt auch im verflixten dreizehnten Jahr fort, bei Hansa Rostock.

Gefeierter Nationalheld
Begonnen hat alles auf den Straßen Togos. Dort kickte "Baschi" als kleiner Junge - dort  ist er ein gefeierter Nationalheld. Mit 19 Jahren wechselte er nach Kamerun und wurde dort von Anton Ondurs (Europameister 1976 mit der CSSR) entdeckt. Dieser machte den Spielberater und Journalisten  Peter Telek auf den bulligen Angreifer aufmerksam. Telek wurde der Berater des Stürmers und sorgte für einen ein Transfer in die Bundesliga.

Startschwierigkeiten
Borussia Mönchengladbach war die erste Station des Afrikaners, der bei seinem Start mit einigen  Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Die vom Verein bereit gestellten Stollenschuhe waren zu klein, mit Schmerzen mühte sich der Stürmer über den Trainingsplatz. Zu den Verständigungsproblemen gesellte sich  das europäische Klima: "Der kalte Winter machte mir damals arg zu schaffen", erinnert sich der Afrikaner, der in Gladbach nicht über die Rolle des Publikumslieblings herauskam.

Von Duisburg nach Dortmund
86 Spiele absolvierte der zweifache Familienvater für die Fohlen ehe er zum MSV Duisburg  wechselte und bei den Zebras den Durchbruch schaffte. "Er wurde von halb Europa gejagt", erinnert sich sein damaliger Trainer Friedhelm Funkel. Salou entschied sich für einen Wechsel zum  Ruhrgebietsnachbarn aus Dortmund. Doch bei der krisengeschüttelten Borussia, die ausgerechnet in jener Saison ihr Seuchenjahr hatte, konnte er sich nicht durchsetzen. Für sieben Millionen Mark wechselte  er zu Eintracht Frankfurt.

"Magath ist ein Diktator"
Fünf Tore nach fünf Spieltagen - am Main gelang dem 32-Jährigen ein Einstand nach Maß.  Doch der Höhenflug hielt nicht lange an. Gerüchte über eine Alkoholsucht und Schwierigkeiten mit Trainer Felix Magath setzen dem sensiblen Fußballer zu. Der sonst so besonnene Profi schlug laute Töne an:  "Magath ist der letzte Diktator Europas", schimpfte das 1,90-Meter große Kraftpaket. Der Erfolg blieb aus, Verletzungen kamen hinzu - Salou verlor die Lust am Fußball.

Suspendierung bei Hansa Rostock
Sein ehemaliger Trainer Funkel hatte inzwischen bei der Hansa-Kogge angeheuert und holte den  erfolglosen und verzweifelten Angreifer nach Rostock. Dort setzte sich die Berg- und Talfahrt fort - als der Erfolg ausblieb und Kritik an dem 32-Jährigen laut wurde, verlor Salou erneut die Nerven:  "Wer ist Wimmer? Ich spiele schon seit 13 Jahre in der Bundesliga, da muss er mir nicht sagen, was wichtig ist. Ich erwarte mehr Respekt", polterte der Angreifer gegen Vereinschef Manfred  Wimmer los. Zu große Töne für einen Torjäger ohne Torerfolge - es folgte die Suspendierung. Doch Salou, seit 2000 deutscher Staatsbürger und von den Rostocker Fans "Horst" gerufen, bekam unter  dem neuen Trainer Armin Veh noch eine letzte Chance.

"Horst" ist zurück
Doch in Rostock werden Qualitäten des einstigen Millionen-Mannes weiterhin vermisst:  Durchsetzungsvermögen gepaart mit Schnelligkeit, Torriecher und einem unbändigem Zug zum Tor - Fehlanzeige. Der Sturmtank sollte verkauft werden. Plötzlich die Wende, ein neuerlicher Anstieg der  Formkurve. "Horst" erzielt in drei Testspielen vor der jetzigen Saison fünf Tore und ließ die Wellen an der Ostsee höher schlagen.

Achterbahnfahrt geht weiter
Suspendiert, begnadigt, aufs Abstellgleis geschoben und jetzt wieder in der Startelf? "Die  Situation kann sich schon morgen wieder drehen. Ich werde es nehmen, wie es kommt", sagte der inzwischen gereifte Angreifer noch vor ein paar Wochen. Und es kam, wie es kommen musste: Vor wenigen  Tagen zog sich der 32-Jährige einen Muskelfaserriss zu und fällt für den Saisonstart aus. Die Achterbahnfahrt geht weiter.

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